Veranstaltungen des DARC OV Landshut

Bericht aus der Landshuter Zeitung

Rubrik “Landshut heute”, Seite 24
vom Dienstag, den 04.08.2004

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Kommunikation mit der  Welt

Jugendliche funkten mit dem Amateur-Radio-Club rund um den Globus

“CQ,CQ,CQ, allgemeiner Anruf, bitte kommen” ruft einer der Jugendlichen ins Mikrophon. “Hallo, mein Rufzeichen ist “DL/K3RWW”, ich buchstabiere “Delta, Lima,Kilo3,Romeo,Whiskey,Whiskey”, schallt es aus dem Lautsprecher. Es hat doch tatsächlich jemand auf den Anruf geantwortet! Ein Amerikaner namens Leslie. Er lebt in  New Jersey und macht zur Zeit Urlaub in Zwiesel.

Von 10 bis 18 Uhr konnten Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren beim lokalen Abenteuer- und Technik_Tag, veranstaltet vom Deutschen-Amateur-Radio-Club (DARC), Probe funken. Bevor die jungen Teilnehmer des Ferienprogramms der Stadt, selbst das Mikrofon in die Hand nehmen durften, unterwies Manfred Seichter, Mitglied und Ausbildungsleiter des Clubs, sehr ausführlich, was Amateurfunk eigentlich ist. “Schon zu Zeiten des Kalten Krieges war Amateurfunk für die Völkerverständigung sehr wichtig” erklärte Seichter: “Unter den Amateurfunkern gibt es keine Rassisten.” Gewisse Regeln sind trotzdem notwendig, so ist zum Beispiel jeder höflich, hat die gleichen Rechte, die Verbreitung von politischen Inhalten ist tabu und es gibt nur Funkerfreunde, sagt Seichter.

Via Kurzwelle konnten die Jugendlichen nicht nur zusehen und zuhören, wie die Profis mit Amateurfunkern rund um die Welt sprachen, sie duerften auch selbst ans Mikrofon. Normalerweise dürfen nur Personen, die eine Prüfung für Funkamateure abgelegt haben, am Funkverkehr auf Kurzwelle teilnehmen. Nach bestandener Prüfung bekommt man ein Rufzeichen, das es nur einmal auf der Welt gibt. Damit ist nach Nennung des “Calls” für alle Zuhörer klar, aus welchem Land der Rufende kommt und welche Lizenzklasse diesem Rufzeichen zugeordnet ist. Nicht lizensierten Personen, wie die jungen Amateurfunker, war mittels dem Ausbildungsrufzeichen “DB2RBB” dennoch möglich, am Funkverkehr teilzunehmen.

Bei jedem zustandegekommenen Empfang, erhält der Amateurfunker eine QSL-Karte. Eine Karte, die den Funkkontakt bestätigt. Stolz berichter Siegfried Deutinger, Vorsitzender des Clubs, von zwei sehr raren Exemplaren. Eine QSL Karte des Schulschiff Gorch Fock mit dem Rufzeichen DA0GF und des verstorbenen Königs von Jordanien, König Hussein, sein Rufzeichen, JY1.

Es gibt drei verschiedene Lizenzklassen erfuhren die Kinder. Bereits bei der dritten bekommtman ein eigenes Einsteigerrufzeichen. Die Prüfung, die Erteilung des Rufzeichens und die Frequenznutzung ist nicht ganz billi, im Verhältnis zu Telefon und Email auf lange Sicht gesehen aber immer noch günstiger.

Wer glaubt, Funkamateure sitzen nur zuhause in Ihrem Kämmerlein, der irrt. Diverse Veranstaltungen sorgen auch für einen sportlichen Aspekt - zum Beispiel die “Fuchsjagd”, einem Peilwettbewerb. Innerhalb kurzer Zeit müssen mit besonderen Peilempfängern mehrere versteckte Sender “Füchse” aufgespürt werden.

Auch die Jugendlichen vom Ferienprogramm durften bei einer Fuchsjagd mitmachen. Sehr motiviert starteten die jungen Jäger, ausgerüstet mit kleinen Peilempfängern., in Richtung Signal. “Es gibt verschiedene Arten von Fuchsjagden, sogar Weltmeisterschaften”, erklärt Roland Franke: , ob zu Fuß oder auf Zeit, wo bis zu 15 km gelaufen werden, per Motorrad oder Auto. Gewinner ist, wer die wenigsten Kilometer gefahren hat.” Roland Franke war stolz auf seine jungen Jäger: “ich hätte nicht gedacht, dass sie die Füchse so schnell finden.”

“Mädchen und Technik”
Unter dem Motto “Mädchen und Technik - ein starkes Team” durften die Teilnehmer ihr handwerkliches Geschick beweisen. Geduldig erklärte Erich Recean, seit mehr als 43 Jahren Amateurfunker, den Bau eines Detektorradios.. Die Besonderheit bei diesem Radio: Es funktioniert ohne Strom und Batterien. Die Teilnehmer waren sehr skeptisch, bis sie es mit eigenen Ohren hören konnten.

Kommenden Samstag, 27. August, veranstaltet der Amateur-Radio-Club von 10-18 Uhr das gleiche Programm noch einmal. Anmeldung und Information in der Alten Kaserne sowie unter Telefon 96 63 61 5 und 96 63 62 7.

-jh-


Manfred W. Seichter
Email:
info@cq-La.de